Erinnerungen an Das Blaue Land

Reist man regelmäßig von München aus Richtung Garmisch und Zugspitze verdichtet sich die Landschaft wie von selbst zum „Blauen Land“. Die wechselnden Farb- und Lichtstimmungen des Voralpenlandes sind mehr als nur Ideen eines regionalen Tourismus-Marketing.

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Natürlich schaffen auch die Himmel des Blauen Landes das wunderbare Licht. Hier gestaltet der Föhn. Unterschiedlichste Rottöne ergänzen das verbriefte Blau zu beeindruckenden Farbpaletten.

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Die vermeintliche Gedankenbrücke zum „Blauen Reiter“ ist weniger plausibel, wenn auch nahe liegend. Hier lebten und wirkten Franz Marc und Wassily Kandinsky: „Den Namen Der Blaue Reiter erfanden wir am Kaffeetisch in der Gartenlaube in Sindelsdorf. Beide liebten wir Blau, Marc – Pferde, ich – Reiter. So kam der Name von selbst.“

Das war 1911. Das Gestaltungsverständnis Blauer Reiter sollte dem Expressionismus entscheidende Impulse geben.

Auf dem Weg des Reisenden liegen Murnau, sein gleichnamiges Moos – in dem Schwertlilien das Alpenmoor im Frühjahr mit blauen Seen bedecken – und das die Farbe Blau liebende Haus von Gabriele Münter, der Dame im Bunde. Die aktuelle Ausstellung im Lenbachhaus und Kunstbau München (noch bis zum 8. April 2018) bezeugt beeindruckend dass sie viel mehr als nur die malende Muse und „Gschpusi“ von Kandinsky war. Respekt für ein vielfältiges Werk.

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Wohnt man länger hier kommen leicht Heimatgefühle auf. Identifikation wird spürbar. Ich spinne eine gedankliche Kette zwischen früher Tierliebe – jugendlicher Freude an Pferden und am Reiten – der Entdeckung von Franz Marcs verständlichen und gleichzeitig exotisch-faszinierenden Tier- und Pferdemotiven – der damals mühsamen Schüler-Recherche Der Blaue Reiter im Kunstunterricht – der sich zwangsläufig entwickelnden eigenen Vorliebe für diese Farbe – in der angrenzenden modernen Malerei für das Blau Chagalls – jetzt diese blaugrünen Hügel, Seen und Berge mit den landschaftsgestaltenden Kühen und Pferdekoppeln, das sich häufig und schnell wandelnde Licht darüber, eben Das Blaue Land direkt vor unserer jetzigen Ambacher Heimat.

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