Unser Jakobsweg ans Mittelmeer (VIII)

Faszination Ebrodelta (Folge 8)

Mit etwa 320 km² ist das Ebrodelta nach dem Nationalpark Coto de Doñana im Süden das größte Feuchtgebiet Spaniens und nach dem Nildelta das größte Delta im Mittelmeerraum. Es ist ein nur Meter über dem Meeresspiegel liegendes flaches Sumpf- und Marschland mit Sanddünen und Lagunen mit Süßwasser.

Zu Fuß, mit dem Rad, selbst mit dem G motorisiert – es ist ein beschauliches Erlebnis das landwirtschaftlich kultivierte aber gleichzeitig urige Delta mit seinen unterschiedlichen Ausprägungen zwischen Fluss, Meer und Kanälen zu entdecken

Durch Bewässerungskanäle lagern sich hier Sedimente ab, die der Ebro aus den Pyrenäen, dem Kantabrischen Küstengebirge und den Sierras im Zentrum Spaniens mit sich führt. Das heutige Gesicht des Deltas bestimmt weitgehend der Reisanbau.

Etwa ein Drittel des Deltas sind Naturpark
(Parc Natural del Delta de l’Ebre) mit einer Gesamtfläche von 80 km²

Der Park ist ein artenreiches Brut- und Rastgebiet für heimische Vogelarten, Zugvögel, Enten, Reiher, Watvögel, Möwen, Blässhühner und Flamingos. Im September und Oktober, nach der Reisernte, bietet das Sumpfland den Vögeln wertvolle Nahrung.

Reizvolle Motive vom Aussichtsturm und nah am Boden

Der Ebro selbst ist mit etwa 910 Kilometern nach dem Tajo der zweitlängste Fluss der Iberischen Halbinsel. In der Nähe von Amposta und Deltebre in der Provinz Tarragona mündet er ins Mittelmeer. Bis nach Saragossa liegen drei Stauseen (embalses). Sie dienen der Stromerzeugung für das nahe Barcelona.

Südlich anmutendes Deltebre
Stromgigant Ebro
Hoffentlich sind wenigstens die Stauseen voll … Quelle: elpais

Uns erinnert das Ebrodelta an den vergleichsweise winzigen
Parque Natural del Marjal de Pego-Oliva.
Er liegt nur ein paar Kilometer von unserem Camino-Ziel am Mittelmeer, Dénia im Land Valencia, entfernt – auf dem Weg zu unserer Landwirtschaft in Pego.

Unser Fluss ist der Rio Bullent. Kaum jemand kennt ihn.
Vielleicht liegt darin sein Reiz.

In den angrenzenden Pueblos Pego und Oliva ist man besonders stolz auf den im Marjal für die köstlichen Spezialitäten des Landes wachsenden Reis – für die Pegolinos natürlich die Nummer 1 Spaniens

Paella Valenciana muy casera, Juniorchef Rafa und begeisterter Cliente HDM
des beliebten Restaurante RAFEL. Hier kocht die ganze Familie.
Und kürzlich haben wir´s bis zu spiegel online geschafft.

http://www.spiegel.de/reise/europa/costa-blanca-in-spanien-in-der-marjal-pego-oliva-waechst-paellareis-a-1210683.html

Aber auch a la casa brutzelt der Pego-Reis zur köstlichen Paella heran. Selbst wenn der ehemalige Schulleiter Salvador (nach Meinung seiner Frau Consuelo „Xelo“) diesmal das Salz vergessen haben soll …

Kleiner Gedankensprung: Der Reis hilft nur wenig über die Preisprobleme des überwiegenden Orangenanbaus in dieser Region hinweg. Unzählige Tonnen der köstlichen Früchte landen auf Halde oder werden erst gar nicht gepflückt.

Campesino de Pego – trotz aller Marktwidrigkeiten in stolzer Pose mit einem Mandarinenzweig, im Hintergrund das Mittelmeer
Kleinere Ware für den Eigenverbrauch – garantiert köstlich und bestens verwertet
Das nächste Mal sind wir dann tatsächlich, nicht nur als gedankliche Parallele zwischen dem Ebrodelta und dem Marjal Pego-Oliva, im Orangenland Valencia.

 

 

 

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