Katzentheater oder Marketing?

Zweifellos, das Gut Aiderbichl in Iffeldorf zwischen München und Garmisch ist „ein ideales Ausflugsziel für die ganze Familie“. So die aus der Webseite entnehmbare Positionierung. Zweifellos hat sie als USP, leicht erkennbar, ein hohes fachliches Differenzierungspotenzial …

Das geografisch-geologische Drumherum ist die nicht minder interessante „Eis-Zerfallslandschaft“ der Osterseen mit Hochmooren aus der Verlandung ehemaliger Seen, Moränen und Niedermooren.

Im Hofgut selbst, intensiv erlebbar, die mehr oder weniger frei herum flanierenden Tiere. Viele wurden von Tierfreunden engagiert aus art-ungerechten Situationen befreit.

Unverständlich jedoch das Katzen-Event im Schaufenster hinter Glas: Hier werden Kinder und Jugendliche in kleinen Gruppen akribisch organisiert mit den komfortabel wohnenden Haustieren in Kontakt gebracht. Für Katzenkenner bemerkenswert: Erstaunlich blitzartig kommen sie aus ihren Kuschelecken zu den behutsamen Besuchern. Wie wenn sie in ihrem Komfortheim unter Streichelentzug leiden würden kommt mir spontan in den Sinn. Und – brauchen unsere Kinder denn schon solche Wildtiere-kennenlernen-Events für Haustiere? Tatsächlich haben wir auf dem gesamten Gut keine einzige frei laufende Katze entdeckt.

Nele mit Freiläufer, Gutshofplan und Kamera im Strohschober

Der Marketingmensch denkt sich noch, dass eine optimierte, d. h. differenziertere Aiderbichl-Positionierung im Sinne der Ursprungsidee „ein Ort für misshandelte Tiere“ ein solches Katzen-Event unnötig gemacht hätte. Auch derart wichtige Einrichtungen brauchen offenbar strategische Leitlinien.

Zum Vergleich: Strategiegerechter Aiderbichl-Spielplatz (im Hintergrund ist die Benediktenwand erkennbar)

Aufblasbare hochbegehrte mobile Spielplatz-Alternative auf einem modernen Rummelplatz

Fazit: Empfehlenswert und einer guten Sache dienend!

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