Davos 2018 – Jahrmarkt politischer Selbstdarstellung und Scheinheiligkeiten

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Das Davos Weltwirtschaftsforum sollte den „Zustand der Welt verbessern“. Nicht mehr und nicht weniger hat sich der aus Ravensburg stammende Professor Klaus Schwab 1971 zum Ziel gesetzt. Heute werfen Kritiker der Organisation vor Teil des Problems zu sein.

Das aktuelle Auftreten des US-Präsidenten schürt dies. Das Forum wird für vordergründige Selbstdarstellungen missbraucht. Kurzfristige Nutznießer schließen sich unverhohlen an.

Zumindest fördert das neue Erkenntnisse zutage oder verifiziert Vermutungen. Industriebosse wie SAP- und Siemens-Vorstände feiern beim festlichen Dinner Amerikas selbstsüchtige nationale und nach Expertenmeinung nur kurzfristig ausgelegte Steuerpolitik. Sie vergessen eins zwei drei ihre bisher so vehement verfolgte und national nicht immer wünschenswerte globale Ausrichtung. Extreme Wechselbäder nicht nur für unmittelbar involvierte Siemensianer, auch für normale Beobachter des zunehmend konfuseren Geschehens.

Da klammert man sich an Leute wie den Milliardär George Soros. Er allein rechtfertigt Davos 2018. Seine Ausführungen seien dem geneigten Leser in dieser kalten Umgebung, ohne selbst Panikmache betreiben zu wollen, wärmstens empfohlen.

Hier eine kurze Darstellung seiner Thesen und Einschätzungen aus der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ). Irgendwie haben wir uns doch das was er sagt auch selbst schon gedacht. Oder?

US-Investor George Soros sieht eine düstere Zukunft

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26.1.2018, 02:11 Uhr
US-Investor und Milliardär George Soros warnt in Davos vor einer düsteren Zukunft. (Bild: Archiv: Luke MacGregor / Reuters 2017) (dpa/sda)

Der milliardenschwere US-Investor George Soros hat am Rande des Weltwirtschaftsforums ein düsteres Bild der Zukunft gemalt. Der 87-Jährige sieht die Gefahr eines Atomkriegs, warnt vor den Folgen des Klimawandels, ist alarmiert über die Macht der Internetkonzerne und erklärt das europäische Parteiensystem für reformbedürftig.

Soros‘ Heimat ist Ungarn, sein Vermögen machte der aber in den USA. Der Milliardär ist scharfzüngiger Kritiker vieler Regierungen – allen voran der US-Führung von Donald Trump. «In den USA würde Präsident Trump gerne einen Mafia-Staat errichten, aber er schafft es nicht. Die Verfassung, andere Institutionen und die lebendige Zivilgesellschaft stehen dem entgegen», sagte Soros.

«Doch nicht nur das Überleben der offenen Gesellschaft steht auf dem Spiel, sondern der Zivilisation insgesamt.» Der Grund sei der Aufstieg von Herrschern wie Kim Jong Un in Nordkorea und eben Trump in den USA. «Beide scheinen einen Atomkrieg in Kauf zu nehmen, um an der Macht zu bleiben.» Allerdings betrachte er die Trump-Regierung als «zwischenzeitliches Phänomen», das spätestens 2020 ende, «oder sogar früher».

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OFF-STRATEGY: Eklatanter Widerspruch zwischen Forum-Claim und Stargast.

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