Dieser Blog ist ein bunt gemischtes Allerlei von Fotos aus dem Alltag 2025. Sie werden sich so oder ähnlich im neuen Jahr wiederholen und bilden eine Brücke ins neue. Ereignisse sind dann schon vertraut, man erlebt sie bewusster nochmal: vertiefend, bereichernd, mit neuer Erkenntnis. Das tut quer durch den Alltag gut und rechtfertigt das etwas bunt geratene Mix.
Dazu die textliche Untermalung: Im neuen Jahr nimmt HDM regelmäßig einen alten spanischen Schmöker zur Hand: Das Kritikon. Wunderwälzer aus Spanien nennt der Spiegel 2004 das tausend Seiten dicke Fischer-Taschenbuch.
Es ist eine höchst anschauliche und authentische Schilderung zwischenmenschlicher Themen und Nöte im europäischen Barock. Wie leicht glorifizieren wir diese Zeit wenn wir ehrfürchtig eine der großartigen Barockkirchen betreten. Aber, erstaunliche Parallelen zu unserer eigenen, zuweilen unverständlich werdenden Welt tun sich auf.
Wie sich verhalten steht in der Schrift Das Handorakel und Kunst der Weltklugheit. Ein Manual der Lebenskunst des Ehrgeizigen in der barocken und – möglicherweise – auch in unserer Welt . Manches scheint übertragbar, zumindest nachdenkenswert.
Autor beider Schriften ist der spanische Jesuit Baltasar Gracián. Im tiefen 17. Jahrhundert analysiert er die Gesellschaft um ihn herum: Arme (los pobres), Reiche (los ricos) und die Mächtigen (los poderosos). Das resultierende Handorakel umfasst dreihundert Thesen praktischer und ungeschminkt schonungsloser Lebensklugheit:
Mit Ehrlichkeit und Gutmütigkeit kommt man nicht weit. Zum Erfolg braucht man Beziehungen, muss sich verstellen können und die Machenschaften seiner Mitmenschen durchschauen.
Gracián weiß natürlich auch, dass so erzielter Erfolg allein kein erfülltes Leben ausmacht. Werte wie Weisheit, Gelassenheit und persönliche Reife gehören dazu. Insgesamt eine anspruchsvolle Orientierung für einen versprechenden Weg zu einem sinnvollen und glücklichen Leben in einer komplexen Welt von Intrigen, Korruption, Macht und was sonst noch!
Graciáns dreihundert Ratschläge gründen – aufmerksam studiert – tiefer als übliche Management- und Work-Life-Balance-Seminare unserer so alles wissenden heutigen Zeit. Heute übliche Schlagwörter finden hier, These für These, mehr anschauliche Substanz: Positiv denken, die eigenen Fähigkeiten nutzen, Beziehungen aufbauen, die Zeit gut einteilen …
Des Jesuiten Stärke ist seine schonungslose Ehrlichkeit. Sie ist der eigenständige strategische USP seines Handorakels. Das hilft dem Inhalt, wohl nicht ihm: Er wird auf Anordnung Roms bei Wasser und Brot in die Pyrenäen verbannt.
Wir dagegen drücken auch Lebenskonzepten, häufig zur vordergründigen wettbewerblichen Differenzierung, unseren eigenen persönlichen Stempel auf. Diese Individualisierung entwertet Aussagen zu brisanten Themen. Anstelle von Rom wird´s dann hoffentlich der Markt richten.
Noch ein profaner Hinweis: Für nicht berufsmäßige Fotografen wie HDM ist eine solche Alltags-Galerie auch ein Motiv für ständiges Kameraschleppen. Selbst ohne die früher sperrige Spiegelreflex-Mechanik ist eine Vollbild-Kamera leider immer noch nichts für die Westentasche.
Wohin geht’s wohl im neuen Jahr?
Hierzu der erste Beitrag des Spaniers. Die folgende und alle weiteren zitierten Übersetzungen von Handorakel-Thesen aus dem Spanischen stammen von keinem Geringeren als Arthur Schopenhauer(Quelle: www.handorakel.de/impressum.html)
Orakel 19 – Nicht unter übermäßigen Erwartungen auftreten Es ist das gewöhnliche Unglück alles sehr Gerühmten, daß es der übertriebenen Vorstellung, die man sich von ihm machte, nachmals nicht gleich kommen kann. Nie konnte das Wirkliche das Eingebildete erreichen: denn sich Vollkommenheiten denken, ist leicht; sie verwirklichen sehr schwer. Die Einbildungskraft verbindet sich mit dem Wunsche und stellt sich daher stets viel mehr vor, als die Dinge sind. Wie groß nun auch die Vortrefflichkeiten sehn mögen, so reichen sie doch nicht hin, den vorgefaßten Begriff zu befriedigen: und da sie ihn unter der Täuschung seiner ausschweifenden Erwartung vorfinden; so werden sie eher seinen Irrthum zerstören, als Bewunderung erregen. Die Hoffnung ist eine große Verfälscherin der Wahrheit: die Klugheit weise sie zurecht und sorge dafür, daß der Genuß die Erwartung übertreffe. Daß man beim Auftreten schon einigermaaßen die Meinung für sich habe, dient die Aufmerksamkeit zu erregen, ohne dem Gegenstand derselben Verpflichtungen aufzulegen. Viel besser ist es immer, wenn die Wirklichkeit die Erwartung übersteigt und mehr ist als man gedacht hatte. Diese Regel wird falsch beim Schlimmen: denn da diesem die Uebertreibung zu statten kommt, so steht man solche gern widerlegt, und dann gelangt das, was als ganz abscheulich gefürchtet wurde, noch dahin, erträglich zu scheinen.
Für Freunde der spanischen Sprache zur Beurteilung der Schopenhauer-Übersetzung die ersten drei Sätze der These im Original: No comenzar con demasiada expectación. Es un chasco frecuente ver que todo lo que recibe muchos elogios antes de que ocurra no llegará después a la altura esperada. Lo real nunca puede alcanzar a lo imaginado, porque imaginarse las perfecciones es fácil, pero es muy difícil conseguirlas.
Jetzt aber frohgemut und mit Zuversicht ins neue Jahr! Wir treffen den Naturfotografen Sebastian Frölich kurz vor Weihnachten in Garmisch. Seine Steinbock-Fotos faszinieren den Hobby-Fotografen HDM besonders. Prompt posiert er vor seinem Werk (siehe froelich-natur-fotografie.com)
Kann ein zerzauster Spatz ein kleines Vorbild für etwas mehr Bescheidenheit im neuen Jahr sein? Wir treffen ihn im September am französischen Atlantik
Mehr Gelassenheit – jeder auf seine Art? Orakel 174 –Nicht hastig leben Die Sachen zu vertheilen wissen, heißt sie zu genießen verstehn. Viele sind mit ihrem Glück früher als mit ihrem Leben zu Ende: sie verderben sich die Genüsse, ohne ihrer froh zu werden: und nachher möchten sie umkehren, wann sie ihres weiten Vorsprungs inne werden. Sie sind Postillione des Lebens, die zu dem allgemeinen raschen Lauf der Zeit noch das ihnen eigene Stürzen hinzufügen. Sie möchten in Einem Tage verschlingen, was sie kaum im ganzen Leben verdauen könnten. Vor den Freuden des Lebens sind sie immer voraus, verzehren schon die kommenden Jahre, und da sie so eilig sind, werden sie schnell mit Allem fertig. Man soll sogar im Durst nach Wissen ein Maaß beobachten, damit man nicht die Dinge lerne, welche es besser wäre nicht zu wissen. Wir haben mehr Tage als Freuden zu erleben. Man sei langsam im Genießen, schnell im Wirken: denn die Geschäfte sieht man gern, die Genüsse ungern beendigt.
Ohne Hast Freude teilen (nicht von Gracián)
Herrschaftlich gelassen im spanischen Safari-Park bei Penáguila (Alicante)
Vom Auto aus wagt HDM, trotz strikten Verbots, für dieses objektnahe Foto das Fenster zu öffnen. Pech gehabt, die überall installierten Kameras entdecken uns und wir werden (erwartungs- und ordnungsgemäß) des Parks verwiesen … Gott sei Dank ist die Tour ohnehin beinahe zu Ende
Dazu eine weitere, eher auf den Königstiger passende Gracián-Erkenntnis:
Orakel 42 – Von angeborner Herrschaft Sie ist die geheim wirkende Kraft der Ueberlegenheit. Nicht aus einer widerlichen Künstelei darf sie hervorgehn, sondern aus einer gebietenden Natur. Alle unterwerfen sich ihr, ohne zu wissen wie, indem sie die verborgene Macht natürlicher Autorität anerkennen. Diese gebietenden Geister sind Könige durch ihren Werth, und Löwen, kraft angebornen Vorrechts. Durch die Hochachtung, die sie einflößen, nehmen sie Herz und Verstand der Uebrigen gefangen. Sind solchen nun auch die andern Fähigkeiten günstig; so sind sie geboren, die ersten Hebel der Staatsmaschine zu seyn: denn sie wirken mehr durch eine Miene, als Andre durch eine lange Rede.
Freude sich wieder mal zu sehen oder sogar gegenseitige Bewunderung? An unserem Spazierweg zu einem Tostada con tomate mit Café con leche im Mena. Es liegt am Ende des Weges vor dem Cabo San Antonio, in gewisser Weise am Ende zumindest dieser unseren kleinen Welt – ähnlich dem Cabo de Finisterre an der Westküste Galiciens, westlich von Santiago de Compostela.
Jedenfalls ist dies eine recht ungewöhnliche tierische Begegnung in Black & White Solche Begegnungen sind selten, wenn auch die beiden Arten, Seidenreiher und Kormorane, in ihren Kolonien gerne nebeneinander leben.
Als Zugvögel sind Seidenreiher (wiss. Egretta garzetta) auch zwischen Deutschland und Afrika unterwegs. Als Schreitvögel gehören sie zur Familie der Reiher. Wie die Kormorane sind Seidenreiher recht schweigsam – vielleicht deshalb die gegenseitige Zuneigung. Auch für die Gefiederpflege nehmen sich beide viel Zeit. Die viel tauchenden Kormorane trocknen sich mit ausgebreiteten Flügeln wie Sonnenanbeter.
Beide mögen Fische. Ihre Technik Fische zu fangen ist jedoch unterschiedlich. Seidenreiher laufen mit erhobenen Flügeln durch das seichte Wasser und scheuchen Fische und Krebstiere auf. Auf Wiesen und Feldern suchen sie Frösche, Insekten, Würmer, Käfer und kleine Säugetiere. Kormorane jagen mit ihren kräftigen Flügeln und Schwanzfedern unter Wasser – in Seen, Flüssen und Küstengebieten. In Deutschland heimische Tiere bleiben in der Regel auch im Winter. Beide Arten ziehen als Schlafplätze Bäume vor.
Wiedersehen auf beiden Seiten des Ambacher Gartenzauns
Vereinte Neugier
Menschliche Herausforderung der Zweisamkeit: Real gewordenes Wunschbild einer gemeinsam tätigen Partnerschaft
Dito, mit Atlantikblick
Traditionelle Hetero-Eintracht im Tango-Takt
Stolz. Jeder auf seine Art.
Selbst Langweile kann verbinden
Offenbare Zuneigung – auch bei augenscheinlich unterschiedlichen Interessen
Dito
Kommentarlos ein Herz und eine Seele
Zur geruhsamen Entspannung besser tutto solo
Solo. Alles andere als artgerecht und trotzdem happy. Geliebtes älteres Foto
Vorzeigbar stattlicher Begleiter für den Einkaufsbummel
Kritisch konforme Neugier (Oder: Wenig Kunstverständnis für die als Graffiti neu gestalteten Persianas des Nachbarn)
Behördliches Kunstverständnis im Land eines Picasso und Salvador Dalí ?
Dito mit ratlosen Nutzern? Kostspieliger aktivistischer Auswuchs behördlicher spanischer Diversitätspolitik (span. diversidad)
Für jede*n eine extra rosa Brille macht manches erträglicher
Nützlicher Einsatz von Farben im Straßengeschehen
Eindrucksvoller Verschönerungsbeitrag für alle – gracias Señora Eine auch im früheren württembergischen Schwabenland übliche Tugend
Hoffnung auf heute mehr denn je dringend nötigen Nachwuchs: Friedenstauben auf Freiersfüßen mit profanem Voyeur oder ebensolcher Voyeuse
Partnerlook en bleu ohne Verzicht auf belebende Individualität
Partnerschaft mittels Einsatz gemeinsamer Kommunikationstechnologien
Geht natürlich auch solo
Einfach liab
Dito Quelle: www.fotocommunity.de/fotograf/hdmaier/2198811
Schlamm als verbindendes Medium
Immer wieder black & white
Auch auf die Lautstärke kommt´s an Glückskeks zum richtigen Einsatz der Stimme vom Vietnamesen
Im höheren Alter wird man ohnehin leiser
Gute Wünsche gehen immer Hier von HDMs Lieblingspartei (vor vielen vielen Jahren) Dazu: Orakel 202 – Reden und Thaten machen einen vollendeten Mann Sagen soll man was vortrefflich und thun was ehrenvoll ist: das Eine zeigt die Vollkommenheit des Kopfes, das Andere die des Herzens, und Beide gehen aus der Erhabenheit der Seele hervor. Die Reden sind der Schatten der Thaten; jene sind weiblicher, diese männlicher Natur. Besser gerühmt zu seyn, als ein Rühmer. Das Sagen ist leicht, das Thun schwer. Die Thaten sind die Substanz des Lebens, die Reden sein Schmuck. Das Ausgezeichnete in Thaten ist bleibend, das in Reden vergänglich. Die Handlungen sind die Frucht der Gedanken: waren diese weise; so sind jene erfolgreich.
Spätestens jetzt bitte ich um Verständnis dafür, dass die geneigten nicht-maskulinen Leser und Leserinnen den im Barock angestrebten „vollendeten Mann“ auf unser heutiges (hoffentlich vertretbares) Gender-Verständnis umsetzen müssen
„Die Thaten sind die Substanz des Lebens, die Reden sein Schmuck“ Selbst ist die Frau (oder der ebensolche Mann)
In Schwabing mobil mit Radelrutsch tätig … (schwäbisch für Tretroller)
… südlicher mit Geduld und Bus HDMs nach Klicks gerechnet erfolgreichstes Foto hängt großformatig im Wartezimmer einer renommierten Zahnarztpraxis im BW-Ländle www.fotocommunity.de/fotograf/hdmaier/2198811
Vermutete Zubereitung nach der Busfahrt „Vom mediterranen Tostada con tomate mit kalt gepresstem Olivenöl (aceite de oliva), Meersalz und Wasser kann man leben“, sagte Siegfried Borho, ein unvergessener deutsch-spanischer Unternehmer Auch für uns ist das Tostada täglich Brot geworden
Mir fällt die ähnliche Form auf und die Erinnerung aus dem Religionsunterricht ein: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein …
Ein begehrtes Ambacher täglich Brot ist die Brezen Die schwäbischen Bretzeln werden hier erfreulicherweise immer besser
Dazu eine immer schon gute Almbutter …
… im Gegensatz zur Verpackung des Fruchtquarks derselben Molkerei Diese reagiert auf einen freundlichen Info-Hinweis nebst diesem Foto per Email überhaupt nicht. Haben wir denn in dieser Branche noch immer die alten Zeiten als HDM mit Marketing, PR, Obstgarten, Fruchtzwerge und Co mehr Professionalität versuchte? Gewissensfrage: Jetzt auch den Almbutter (schwäbisch) nicht mehr von Andechser kaufen? Beim Quark sind wir schon auf den Berchtesgadener Bio-Topfen mit ebenfalls köstlichem Inhalt unter einer zuverlässigen Deckelfolie umgestiegen.
Der Neue
Deftig und garantiert ohne Folie Dieser valencianische (fleischfreundliche) Genuss ist trotz gesunder Verduras als täglich Brot nur eingeschränkt empfehlbar. Donnerstags allerdings ist der Putxero (castell. Putchero) wöchentlicher Kult ¡Que aproveche!
Und wir partizipieren an gastronomischen Auszeichnungen durch unsere nicht nur wöchentliche Treue
Auch bei der ersten von Pascual junior selbst gebrutzelten Paella dürfen wir dabei sein
Zuhause übt der bayerische Nachwuchs (Nele und Romy) hinlänglich bekannte wie begehrte Spezialitäten
Zünftig einfache spanische Lebensmittelpunkte dieser Art verführen drinnen …
… wie draußen (dentro o fuera ist eine übliche Frage bei Reservierungen)
Gästin … fuera
Beinahe dentro diese schwer bestimmbare spanische Spezies
Bekannte globale und hausnahe Spezies in Überlegung wie dem mediterranen Fischkopf beizukommen sei
Sympathisches Baby-Kriechtier an der wärmenden Hauswand
Vertraute weitere Begegnungen mit der Natur … in Stadt
… Feld
… winterlicher Flur
… verschneitem Wald Waldwirtschaftliche Innovation oder hoffentlich nur ländliche Kunscht und einmalig
… und unterirdisch belebten Wiesen Winterlicher Bummel durch Maulwurfingen
Vertraute bayerische Seenlandschaft
…
Manchmal spiegelt sich die Klosterkirche gegenüber
Künstler zu Gast
Versprechender nachbarlicher Nachwuchs Finja
Südliches Spiegelbild mit Dünen und Hausberg
Vertrauter Fensterblick
Dito
Gelegentliches (arbeitsames) Dream-Team zu Besuch
Die Vielfalt – auch unspektakulärer – mediterraner Landschaften drumherum
Upps
„Allezeit auf seiner Hut sehn gegen Unhöfliche, Eigensinnige, Anmaaßliche und Narren jeder Art“ – auch das sagt uns Gracián
Irgendwann trifft man – sinnbildlich – auf eine solche Hand. Die dazu gehörende Person bremst ohne jeden ersichtlichen Grund ihre Vespa jäh vor uns ab und blockiert die Straße. Einfach so. Die Frage nach dem Warum führt nur zu Vermutungen und Vorurteile sind unfair.
„Man stößt auf viele, und die Klugheit besteht darin, nicht mit ihnen aneinander zu gerathen“ Wir halten uns daran und lassen die Scheibe zu
Sympathische Gesichts-Alternative
Friedliche Verkehrssituation
Um abschließende Aufmerksamkeit für die letzte der dreihundert Thesen wird gebeten.
Dieser zu genügen hat wahrscheinlich schon einem Schopenhauer Kopfzerbrechen bereitet.
Orakel 300 – Mit Einem Wort, ein Heiliger seyn, und damit ist Alles auf einmal gesagt. Die Tugend ist das gemeinsame Band aller Vollkommenheiten, und der Mittelpunkt aller Glückseligkeit. Sie macht einen Mann vernünftig, umsichtig, klug, verständig, weise, tapfer, überlegt, redlich, glücklich, beifällig, wahrhaft und zu einem Helden in jedem Betracht. Drei Dinge, welche, im Spanischen mit einem S anfangen, machen glücklich: Heiligkeit, Gesundheit und Weisheit. Die Tugend ist die Sonne des Mikrokosmos oder der kleinen Welt und ihre Hemisphäre ist das gute Gewissen. Sie ist so schön, daß sie Gunst findet vor Gott und Menschen. Nichts ist liebenswürdig, als nur die Tugend, und nichts verabscheuungswerth, als nur das Laster. Die Tugend allein ist Sache des Ernstes, alles Andre ist Scherz. Die Fähigkeit und die Größe soll man nach der Tugend messen und nicht nach Umständen des Glücks. Sie allein ist sich selbst genug: sie macht den Menschen im Leben liebenswürdig und im Tode denkwürdig.
Glückseligkeit ist auch sichtbar www.fotocommunity.de/fotograf/hdmaier/2198811
Machen Sie´s gut!
Und danke dafür sich durch das bildliche und textliche Allerlei querlesend erfolgreich durchgeklickt zu haben Ihr HDM
Lyon war ausgemachtes Zwischenziel unserer diesmaligen Spanienreise. Zwei Tage später holen wir dann den Besuch des Musée d’Art Moderne de Céret nach. Jetzt entscheiden wir uns noch für Tarragona. Es erweist sich, das gestresste Barcelona links liegen lassend, als lohnende katalanische Zwischenstation ins Land Valencia.
Natürlich warten bis Tarragona weitere Stationen auf uns: Auf der spanischen Seite des Col d´Ares besuchen wir wiederholt die Pfarrkirche Santa Cecílla de Mollò. Einer Märtyrerin und römischen Jungfrau geweiht, ist sie heute nationales Denkmal romanischer Architektur der katalanischen Pyrenäen (Ende 12. Jh.).
Die pure Besichtigung eines solchen Denkmals ist das eine. Die Gedanken drum herum das andere. Allein sein an solchen abgelegenen Orten bald tausendjähriger Geschichte ist immer ein kleines Erlebnis für sich.
Wer alles stieg wohl und wie mühsam und warum diese granitenen Stufen empor?Man fühlt sich a bisserl als Teil dieser Geschichte.
Die Kirche wird zwei Mal zerstört: 1428 durch ein Erdbeben, 1939 brennt sie während des Rückzugs der Republikaner im Spanischen Bürgerkrieg aus. Dann dient sie als Stall und wird, wieder aufgebaut, Nationaldenkmal.Ein würdiger Schritt.
Allein in ungestörter schlichter Romanik ohne Schnörkel
Im Kirchengarten dann diese transparente, recht neuzeitliche Innovation: Das Windrad signalisiert katalanischen Erfindergeist. Vermutlich ist es als Vogelscheuche von Nutzen und schützt die dort wuchernden wohlriechenden Gewürze.
Das katalanische Ripoll erinnert uns an vorausgehende Stunden im geografisch eigentlich kongruenten französischen Kunststädtchen Céret. Dieses leicht und beschwingt, trotz der ebenfalls nahen mächtigen Pyrenäen. Jetzt die kleine Stadt in den katalanischen Vorpyrenäen eher schwer und schwerfällig.
Kunst und gutes Marketing beflügeln offenbar. Vermutlich beeindruckt Céret auch mit der Ausstrahlung seines Hausbergs, dem symbolträchtigen Olymp der Katalanen, dem Canigou. Dort weht die katalanische Flagge souverän und eindrucksvoll, aber erträglich mit Abstand anstatt problemgeladen an jeder Ecke mancher katalanischer Pueblos.
Via Vic und vorbei an Barcelona kommen wir spät abends in Tarragona an. Auch katalanisch, aber anders. Das Mittelmeer am Horizont erscheint unheimlich, aber vertraut.
Schattenspiele in echt …
… und als Graffiti – selbst der Fotograf macht mit
Menschenleere aber heimelige Gassen und Plätze …
… erfreulicherweise ohne politische Bekundungen
Dörflich persönlich anmutendes Leben in den wenigen Lokalen. Wir kommen uns beinahe als Eindringlinge vor.
En esta carnicería, la combinación de jamón serrano, estilo y diseño impresiona
Die Tauben haben ihren vermutlich angestammten Schlafplatz auf Haupt und Schulter ihrer Skulptur gefunden. Die Kathedrale St. Marien (katal. Catedral Basílica Metropolitana i Primada de Tarragona) steht beeindruckend auf einem Hügel – eingezwängt und doch mächtig inmitten der Stadt, an der Stelle eines römischen Tempels. Nach romanischem Beginn im frühgotischen Stil errichtet bleibt sie wegen der Pest unvollendet.
Schwalben holen als Skulpteure Unvollendetes romanisch schlicht nach
Als wir vor Jahren am Hafen das renommierte Fischrestaurant L´Ancora genießen sah hier alles anders aus. Nach schwierigen Bauarbeiten, direkt am Meer, hat das Viertel Serrallo jetzt ein beeindruckend markantes Gesicht – wie wenn es immer schon so gewesen wäre. Städtebaulich vorbildlich, freut sich HDM.
An alten Wänden sind stadtbezogene Graffiti entstanden
Wunderschön ausgearbeitet in Schwarz und Weiß
Vergangenheit und Traditionen werden einfühlsam genutzt und gewürdigt
Fischertraditionen
Weiter gehts. Auf unseren Fahrten kommen wir am Ebro(kat. Ebre)auch diesmal nicht ohne einen gehörigen Halt vorbei. So zu reisen macht Spaß und soll bilden, weiß man spätestens seit JWvG. Bei wiederholten Besuchen dies sogar in Potenz, meinen wir. Das Land so noch besser verstehen, um ihm einigermaßen gerecht zu werden.
HDMs Faszination für den Rio Ebro entsteht früh. Aus dem Erdkunde-Unterricht in der Balinger Volksschule bleiben fünf große Flüsse haften: Guadiana, Guadalquivir, Tajo, Duero und eben der Rio Ebro. Mit seinen knapp tausend Kilometern ist er nach dem Tajo der zweitlängste Fluss Spaniens.Damals scheinbar unerreichbar weit entfernt, heute ein höchst erlebenswertes Ziel.
Der Fluss windet sich durch recht niederschlagsarme Landstriche südlich der Sierra Cantabrica und der Pyrenäen. Von der feuchten Atlantikluft abgeschnitten ist Landwirtschaft hier ausschließlich mit seinem Wasser möglich. Das sorgt bis heute regelmäßig für Streit zwischen den anliegenden Comunidades.
Diesmal erfahren wir, dass und wie das uns vertraute faszinierende Biosphärenreservat, die Halbwüste Bardenas Reales, durch extreme Erosionen aus dem Urstromtal des Ebro entstanden ist.
Dann noch Geschichtserinnerungen zur Schlacht am Ebro gegen Ende des Spanischen Bürgerkriegs:
Bald nach dem Vordringen der Putschisten um Franco zum Mittelmeer und zu unserer südlich liegenden Landeshauptstadt Valencia in 1938 wird Katalonien vom noch republikanischen Südosten Spaniens abgeschnitten. Ein entscheidender Erfolg der Nationalisten, nicht zuletzt durch die brutale Unterstützung der deutschem Legion Condor.
Die Diktatur hält dann bis zu seinem Tod in 1975. Bis heute ist diese Zeit noch nicht ausreichend aufgearbeitet. Auch der brisante Katalonienkonflikt hat hier mit seine Ursprünge.
Zurück zur Natur: Das Ebro-Delta ist das Schwemmland um die Mündung ins Mittelmeer. Neu ist uns dieser Zusammenhang: Nach der Entdeckung Amerikas boomt der Schiffbau. Durch den hohen Holzbedarf werden große Waldflächen gerodet. Die höhere Erosion führt zu mehr Ablagerungen von Sedimenten im Mündungsgebiet und zu einem beschleunigten Wachstum der Delta-Ebene.
Eine gegensätzliche Bewegung gibts dann im 20. Jahrhundert: Durch den Bau zahlreicher Talsperren verringert sich die Ablagerung von Sedimenten. Auch aufgrund des ansteigenden Meeresspiegels ist die praktisch deichlose Delta-Landschaft heute, lt. Expertenmeinung, bedroht.Offenbar machen auch die illegalen Einwanderer Blaukrabbe und Louisianakrebs Sorgen.
Der Reichtum an Zandern, Barschen, Aalen und Welsen bietet Fischern bis heute die Lebensgrundlage. Auch die Zucht von Muscheln an künstlich angelegten Muschelbänken. Jedoch, auf drei Vierteln der Fläche wird Reis angebaut. Vor der Reisernte, im Sommer, bedecken leuchtend grüne Reispflanzen das Delta. Diverse Arten Rundkornreis werden unter einer geschützten Herkunftsbezeichnung vermarktet. Natürlich sind sie für die traditionellen spanischen Reisgerichte besonders geeignet.
Der Reis für diese Begrüßungs-Paella (drei Tage später) unseres nachbarlichen Freundes Pascual und seiner Marie kommt allerdings aus unmittelbarer Nähe, dem Marjal Pego-Oliva
Vorarbeit für die nächste Reisernte am Ebro
1983 wird etwa ein Drittel des Deltas Parc Natural del Delta de l’Ebre
Es ist ein artenreiches Brut- und Rastgebiet zahlreicher Vogelarten und dient Zugvögeln aus dem Norden zum Überwintern
Mittendrin im Delta, in der Bar von Deltebre
HDM ziehts zur Mündung in ihrer ganzen ruhenden Pracht!
Die Fließgeschwindigkeit des Ebro verringert sich nahe am Mittelmeer praktisch auf null. Die letzten besonders feinkörnig erodierten Sedimente aus den Hochlagen der Pyrenäen, des nördlichen Kantabrischen und des südlichen Iberischen Gebirges können sich jetzt noch in Ruhe ablagern.
HDMs Schwärmereien für den Ebro und sein Delta verlangen hier ein paar ausgleichende Notizen und Fotos zu unserem nahen Sumpfgebiet Marjal Pego-Oliva, dem Herkunftsort des Reises unserer Begrüßungs-Paella (siehe oben).
Im Hintergrund links ist Dėnias Montgó erkennbar, in der Mitte die bizarre Sierra Segaria.
Seit 1994 ist das Marjal (span. Sumpf)Naturpark und gilt als eine der artenreichsten Regionen des Mittelmeerraums. Früher eine Salzwasser-Lagune wird es von den Sierras Mostalla, Migdia und Segaria umgeben. Gespeist wird’s von kleinen Flüssen wie dem Rio Bullent. Ein Netz aus Bewässerungsgräben und Kanälen profitiert von Quellen aus unterirdischen Gewässern.
Nach regionalpolitischen Versuchen eines Bürgermeisters, Teile des Gebiets zugunsten von Bauland trocken zu legen, bemüht man sich heute um die Harmonie von traditionellem Anbau hoher Reisqualitäten, z. B. der Sorten Bomba und Bombón, mit der Umwelt. Der Frevel des Alcalde wurde mit dem ersten Umwelturteil Spaniens gerichtlich geahndet. Erzählt wir auch noch die Geschichte als 1985 Walt Disney das Gebiet ernsthaft für seinen europäischen Vergnügungspark erwog.
Natürlich ist hier alles etwas kleiner als im Ebro-Delta, auch die Arbeit zur Pflege des Feuchtgebiets mit seinen riesigen Schilfflächen
Noch eins, der Montgó hinter Dénia vom Parc Natural de la Marjal de Pego-Oliva aus
Scheue Sichler verlangen dem Fotografen Geduld ab
Leichtere Fotografenbeute, direkt am letzten Stück der uns zum Reiseende bringenden Mittelmeer-Autobahn
In Peníscola wollen wir einen letzten Café genießen und wieder mal ein Bild der Festung mit seiner großartigen Aussicht aufs Land und aufs nahe Meer schießen. Der Mangel an geeigneten Parkplätzen erlaubt nur ein Foto während des Fahrens …
Häufig machen wir unsere Café-Pausen in kleinen netten Pueblos wie diesem, ein paar Kilometer abseits der großen Straßen. Heute fahren wir weiter, denn gleich sind wir da!
Vertraute Blicke bei unserer Ankunft
Der Wellengang beeindruckt wie immer, wenn auch etwas kühl anmutend
Wow!
In Hafennähe treffen wir gute alte Bekannte auf einer ihrer Lieblingsinseln
Wenn´s auch schon dunkelt, das für manche Leute so wichtige Wetter erscheint versprechend
Anderntags überrascht uns ein Regenbogen
(Denke einen Moment es sei eine Demo für die Igualdad de Género unseres für Bekundungen so rührigen Ayuntamiento … ist aber eher eine Déformation professionelle HDMs …)
Keine Fata Morgana: Wir haben diesmal recht authentische Gelüste nach dem so landestypischen Arroz Meloso de Bogavante unseres Restaurante Rafel de Pego aus dem Reis des nahen Marjal de Pego
Entsprechend ist dann auch die Begrüßung
Kleine Anmerkung: Der besonders aufmerksame Leser erinnert vielleicht den chinesischen Reis und die Wantan-Suppe im Restaurante Pekin – als wir letzten April in Dénia ankommen.
Aber auch die Reiserouten unterscheiden sich schließlich …
Wolken sind hierzulande gottseidank, zumindest um diese Jahreszeit, an der Tagesordnung. Die Tage zuvor waren sogar recht stürmisch – Nordseewetter am Mittelmeer. weiterlesen →
Ibiza und Dénia sind recht gut miteinander verlinkt. Schließlich liegt die Schöne schräg gegenüber. Jeden Tag schippern Fähren hin und her. Beide profitieren. Win-win nennt mans heute. Kein Wunder, dass die Insel gestern ein Stelldichein gab. weiterlesen →
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