Dieser Blog ist ein bunt gemischtes Allerlei von Fotos aus dem Alltag 2025. Sie werden sich so oder ähnlich im neuen Jahr wiederholen und bilden eine Brücke ins neue. Ereignisse sind dann schon vertraut, man erlebt sie bewusster nochmal: vertiefend, bereichernd, mit neuer Erkenntnis. Das tut quer durch den Alltag gut und rechtfertigt das etwas bunt geratene Mix.
Dazu die textliche Untermalung: Im neuen Jahr nimmt HDM regelmäßig einen alten spanischen Schmöker zur Hand: Das Kritikon. Wunderwälzer aus Spanien nennt der Spiegel 2004 das tausend Seiten dicke Fischer-Taschenbuch.
Es ist eine höchst anschauliche und authentische Schilderung zwischenmenschlicher Themen und Nöte im europäischen Barock. Wie leicht glorifizieren wir diese Zeit wenn wir ehrfürchtig eine der großartigen Barockkirchen betreten. Aber, erstaunliche Parallelen zu unserer eigenen, zuweilen unverständlich werdenden Welt tun sich auf.
Wie sich verhalten steht in der Schrift Das Handorakel und Kunst der Weltklugheit. Ein Manual der Lebenskunst des Ehrgeizigen in der barocken und – möglicherweise – auch in unserer Welt . Manches scheint übertragbar, zumindest nachdenkenswert.
Autor beider Schriften ist der spanische Jesuit Baltasar Gracián. Im tiefen 17. Jahrhundert analysiert er die Gesellschaft um ihn herum: Arme (los pobres), Reiche (los ricos) und die Mächtigen (los poderosos). Das resultierende Handorakel umfasst dreihundert Thesen praktischer und ungeschminkt schonungsloser Lebensklugheit:
Mit Ehrlichkeit und Gutmütigkeit kommt man nicht weit. Zum Erfolg braucht man Beziehungen, muss sich verstellen können und die Machenschaften seiner Mitmenschen durchschauen.
Gracián weiß natürlich auch, dass so erzielter Erfolg allein kein erfülltes Leben ausmacht. Werte wie Weisheit, Gelassenheit und persönliche Reife gehören dazu. Insgesamt eine anspruchsvolle Orientierung für einen versprechenden Weg zu einem sinnvollen und glücklichen Leben in einer komplexen Welt von Intrigen, Korruption, Macht und was sonst noch!
Graciáns dreihundert Ratschläge gründen – aufmerksam studiert – tiefer als übliche Management- und Work-Life-Balance-Seminare unserer so alles wissenden heutigen Zeit. Heute übliche Schlagwörter finden hier, These für These, mehr anschauliche Substanz: Positiv denken, die eigenen Fähigkeiten nutzen, Beziehungen aufbauen, die Zeit gut einteilen …
Des Jesuiten Stärke ist seine schonungslose Ehrlichkeit. Sie ist der eigenständige strategische USP seines Handorakels. Das hilft dem Inhalt, wohl nicht ihm: Er wird auf Anordnung Roms bei Wasser und Brot in die Pyrenäen verbannt.
Wir dagegen drücken auch Lebenskonzepten, häufig zur vordergründigen wettbewerblichen Differenzierung, unseren eigenen persönlichen Stempel auf. Diese Individualisierung entwertet Aussagen zu brisanten Themen. Anstelle von Rom wird´s dann hoffentlich der Markt richten.
Noch ein profaner Hinweis: Für nicht berufsmäßige Fotografen wie HDM ist eine solche Alltags-Galerie auch ein Motiv für ständiges Kameraschleppen. Selbst ohne die früher sperrige Spiegelreflex-Mechanik ist eine Vollbild-Kamera leider immer noch nichts für die Westentasche.
Wohin geht’s wohl im neuen Jahr?
Hierzu der erste Beitrag des Spaniers. Die folgende und alle weiteren zitierten Übersetzungen von Handorakel-Thesen aus dem Spanischen stammen von keinem Geringeren als Arthur Schopenhauer(Quelle: www.handorakel.de/impressum.html)
Orakel 19 – Nicht unter übermäßigen Erwartungen auftreten Es ist das gewöhnliche Unglück alles sehr Gerühmten, daß es der übertriebenen Vorstellung, die man sich von ihm machte, nachmals nicht gleich kommen kann. Nie konnte das Wirkliche das Eingebildete erreichen: denn sich Vollkommenheiten denken, ist leicht; sie verwirklichen sehr schwer. Die Einbildungskraft verbindet sich mit dem Wunsche und stellt sich daher stets viel mehr vor, als die Dinge sind. Wie groß nun auch die Vortrefflichkeiten sehn mögen, so reichen sie doch nicht hin, den vorgefaßten Begriff zu befriedigen: und da sie ihn unter der Täuschung seiner ausschweifenden Erwartung vorfinden; so werden sie eher seinen Irrthum zerstören, als Bewunderung erregen. Die Hoffnung ist eine große Verfälscherin der Wahrheit: die Klugheit weise sie zurecht und sorge dafür, daß der Genuß die Erwartung übertreffe. Daß man beim Auftreten schon einigermaaßen die Meinung für sich habe, dient die Aufmerksamkeit zu erregen, ohne dem Gegenstand derselben Verpflichtungen aufzulegen. Viel besser ist es immer, wenn die Wirklichkeit die Erwartung übersteigt und mehr ist als man gedacht hatte. Diese Regel wird falsch beim Schlimmen: denn da diesem die Uebertreibung zu statten kommt, so steht man solche gern widerlegt, und dann gelangt das, was als ganz abscheulich gefürchtet wurde, noch dahin, erträglich zu scheinen.
Für Freunde der spanischen Sprache zur Beurteilung der Schopenhauer-Übersetzung die ersten drei Sätze der These im Original: No comenzar con demasiada expectación. Es un chasco frecuente ver que todo lo que recibe muchos elogios antes de que ocurra no llegará después a la altura esperada. Lo real nunca puede alcanzar a lo imaginado, porque imaginarse las perfecciones es fácil, pero es muy difícil conseguirlas.
Jetzt aber frohgemut und mit Zuversicht ins neue Jahr! Wir treffen den Naturfotografen Sebastian Frölich kurz vor Weihnachten in Garmisch. Seine Steinbock-Fotos faszinieren den Hobby-Fotografen HDM besonders. Prompt posiert er vor seinem Werk (siehe froelich-natur-fotografie.com)
Kann ein zerzauster Spatz ein kleines Vorbild für etwas mehr Bescheidenheit im neuen Jahr sein? Wir treffen ihn im September am französischen Atlantik
Mehr Gelassenheit – jeder auf seine Art? Orakel 174 –Nicht hastig leben Die Sachen zu vertheilen wissen, heißt sie zu genießen verstehn. Viele sind mit ihrem Glück früher als mit ihrem Leben zu Ende: sie verderben sich die Genüsse, ohne ihrer froh zu werden: und nachher möchten sie umkehren, wann sie ihres weiten Vorsprungs inne werden. Sie sind Postillione des Lebens, die zu dem allgemeinen raschen Lauf der Zeit noch das ihnen eigene Stürzen hinzufügen. Sie möchten in Einem Tage verschlingen, was sie kaum im ganzen Leben verdauen könnten. Vor den Freuden des Lebens sind sie immer voraus, verzehren schon die kommenden Jahre, und da sie so eilig sind, werden sie schnell mit Allem fertig. Man soll sogar im Durst nach Wissen ein Maaß beobachten, damit man nicht die Dinge lerne, welche es besser wäre nicht zu wissen. Wir haben mehr Tage als Freuden zu erleben. Man sei langsam im Genießen, schnell im Wirken: denn die Geschäfte sieht man gern, die Genüsse ungern beendigt.
Ohne Hast Freude teilen (nicht von Gracián)
Herrschaftlich gelassen im spanischen Safari-Park bei Penáguila (Alicante)
Vom Auto aus wagt HDM, trotz strikten Verbots, für dieses objektnahe Foto das Fenster zu öffnen. Pech gehabt, die überall installierten Kameras entdecken uns und wir werden (erwartungs- und ordnungsgemäß) des Parks verwiesen … Gott sei Dank ist die Tour ohnehin beinahe zu Ende
Dazu eine weitere, eher auf den Königstiger passende Gracián-Erkenntnis:
Orakel 42 – Von angeborner Herrschaft Sie ist die geheim wirkende Kraft der Ueberlegenheit. Nicht aus einer widerlichen Künstelei darf sie hervorgehn, sondern aus einer gebietenden Natur. Alle unterwerfen sich ihr, ohne zu wissen wie, indem sie die verborgene Macht natürlicher Autorität anerkennen. Diese gebietenden Geister sind Könige durch ihren Werth, und Löwen, kraft angebornen Vorrechts. Durch die Hochachtung, die sie einflößen, nehmen sie Herz und Verstand der Uebrigen gefangen. Sind solchen nun auch die andern Fähigkeiten günstig; so sind sie geboren, die ersten Hebel der Staatsmaschine zu seyn: denn sie wirken mehr durch eine Miene, als Andre durch eine lange Rede.
Freude sich wieder mal zu sehen oder sogar gegenseitige Bewunderung? An unserem Spazierweg zu einem Tostada con tomate mit Café con leche im Mena. Es liegt am Ende des Weges vor dem Cabo San Antonio, in gewisser Weise am Ende zumindest dieser unseren kleinen Welt – ähnlich dem Cabo de Finisterre an der Westküste Galiciens, westlich von Santiago de Compostela.
Jedenfalls ist dies eine recht ungewöhnliche tierische Begegnung in Black & White Solche Begegnungen sind selten, wenn auch die beiden Arten, Seidenreiher und Kormorane, in ihren Kolonien gerne nebeneinander leben.
Als Zugvögel sind Seidenreiher (wiss. Egretta garzetta) auch zwischen Deutschland und Afrika unterwegs. Als Schreitvögel gehören sie zur Familie der Reiher. Wie die Kormorane sind Seidenreiher recht schweigsam – vielleicht deshalb die gegenseitige Zuneigung. Auch für die Gefiederpflege nehmen sich beide viel Zeit. Die viel tauchenden Kormorane trocknen sich mit ausgebreiteten Flügeln wie Sonnenanbeter.
Beide mögen Fische. Ihre Technik Fische zu fangen ist jedoch unterschiedlich. Seidenreiher laufen mit erhobenen Flügeln durch das seichte Wasser und scheuchen Fische und Krebstiere auf. Auf Wiesen und Feldern suchen sie Frösche, Insekten, Würmer, Käfer und kleine Säugetiere. Kormorane jagen mit ihren kräftigen Flügeln und Schwanzfedern unter Wasser – in Seen, Flüssen und Küstengebieten. In Deutschland heimische Tiere bleiben in der Regel auch im Winter. Beide Arten ziehen als Schlafplätze Bäume vor.
Wiedersehen auf beiden Seiten des Ambacher Gartenzauns
Vereinte Neugier
Menschliche Herausforderung der Zweisamkeit: Real gewordenes Wunschbild einer gemeinsam tätigen Partnerschaft
Dito, mit Atlantikblick
Traditionelle Hetero-Eintracht im Tango-Takt
Stolz. Jeder auf seine Art.
Selbst Langweile kann verbinden
Offenbare Zuneigung – auch bei augenscheinlich unterschiedlichen Interessen
Dito
Kommentarlos ein Herz und eine Seele
Zur geruhsamen Entspannung besser tutto solo
Solo. Alles andere als artgerecht und trotzdem happy. Geliebtes älteres Foto
Vorzeigbar stattlicher Begleiter für den Einkaufsbummel
Kritisch konforme Neugier (Oder: Wenig Kunstverständnis für die als Graffiti neu gestalteten Persianas des Nachbarn)
Behördliches Kunstverständnis im Land eines Picasso und Salvador Dalí ?
Dito mit ratlosen Nutzern? Kostspieliger aktivistischer Auswuchs behördlicher spanischer Diversitätspolitik (span. diversidad)
Für jede*n eine extra rosa Brille macht manches erträglicher
Nützlicher Einsatz von Farben im Straßengeschehen
Eindrucksvoller Verschönerungsbeitrag für alle – gracias Señora Eine auch im früheren württembergischen Schwabenland übliche Tugend
Hoffnung auf heute mehr denn je dringend nötigen Nachwuchs: Friedenstauben auf Freiersfüßen mit profanem Voyeur oder ebensolcher Voyeuse
Partnerlook en bleu ohne Verzicht auf belebende Individualität
Partnerschaft mittels Einsatz gemeinsamer Kommunikationstechnologien
Geht natürlich auch solo
Einfach liab
Dito Quelle: www.fotocommunity.de/fotograf/hdmaier/2198811
Schlamm als verbindendes Medium
Immer wieder black & white
Auch auf die Lautstärke kommt´s an Glückskeks zum richtigen Einsatz der Stimme vom Vietnamesen
Im höheren Alter wird man ohnehin leiser
Gute Wünsche gehen immer Hier von HDMs Lieblingspartei (vor vielen vielen Jahren) Dazu: Orakel 202 – Reden und Thaten machen einen vollendeten Mann Sagen soll man was vortrefflich und thun was ehrenvoll ist: das Eine zeigt die Vollkommenheit des Kopfes, das Andere die des Herzens, und Beide gehen aus der Erhabenheit der Seele hervor. Die Reden sind der Schatten der Thaten; jene sind weiblicher, diese männlicher Natur. Besser gerühmt zu seyn, als ein Rühmer. Das Sagen ist leicht, das Thun schwer. Die Thaten sind die Substanz des Lebens, die Reden sein Schmuck. Das Ausgezeichnete in Thaten ist bleibend, das in Reden vergänglich. Die Handlungen sind die Frucht der Gedanken: waren diese weise; so sind jene erfolgreich.
Spätestens jetzt bitte ich um Verständnis dafür, dass die geneigten nicht-maskulinen Leser und Leserinnen den im Barock angestrebten „vollendeten Mann“ auf unser heutiges (hoffentlich vertretbares) Gender-Verständnis umsetzen müssen
„Die Thaten sind die Substanz des Lebens, die Reden sein Schmuck“ Selbst ist die Frau (oder der ebensolche Mann)
In Schwabing mobil mit Radelrutsch tätig … (schwäbisch für Tretroller)
… südlicher mit Geduld und Bus HDMs nach Klicks gerechnet erfolgreichstes Foto hängt großformatig im Wartezimmer einer renommierten Zahnarztpraxis im BW-Ländle www.fotocommunity.de/fotograf/hdmaier/2198811
Vermutete Zubereitung nach der Busfahrt „Vom mediterranen Tostada con tomate mit kalt gepresstem Olivenöl (aceite de oliva), Meersalz und Wasser kann man leben“, sagte Siegfried Borho, ein unvergessener deutsch-spanischer Unternehmer Auch für uns ist das Tostada täglich Brot geworden
Mir fällt die ähnliche Form auf und die Erinnerung aus dem Religionsunterricht ein: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein …
Ein begehrtes Ambacher täglich Brot ist die Brezen Die schwäbischen Bretzeln werden hier erfreulicherweise immer besser
Dazu eine immer schon gute Almbutter …
… im Gegensatz zur Verpackung des Fruchtquarks derselben Molkerei Diese reagiert auf einen freundlichen Info-Hinweis nebst diesem Foto per Email überhaupt nicht. Haben wir denn in dieser Branche noch immer die alten Zeiten als HDM mit Marketing, PR, Obstgarten, Fruchtzwerge und Co mehr Professionalität versuchte? Gewissensfrage: Jetzt auch den Almbutter (schwäbisch) nicht mehr von Andechser kaufen? Beim Quark sind wir schon auf den Berchtesgadener Bio-Topfen mit ebenfalls köstlichem Inhalt unter einer zuverlässigen Deckelfolie umgestiegen.
Der Neue
Deftig und garantiert ohne Folie Dieser valencianische (fleischfreundliche) Genuss ist trotz gesunder Verduras als täglich Brot nur eingeschränkt empfehlbar. Donnerstags allerdings ist der Putxero (castell. Putchero) wöchentlicher Kult ¡Que aproveche!
Und wir partizipieren an gastronomischen Auszeichnungen durch unsere nicht nur wöchentliche Treue
Auch bei der ersten von Pascual junior selbst gebrutzelten Paella dürfen wir dabei sein
Zuhause übt der bayerische Nachwuchs (Nele und Romy) hinlänglich bekannte wie begehrte Spezialitäten
Zünftig einfache spanische Lebensmittelpunkte dieser Art verführen drinnen …
… wie draußen (dentro o fuera ist eine übliche Frage bei Reservierungen)
Gästin … fuera
Beinahe dentro diese schwer bestimmbare spanische Spezies
Bekannte globale und hausnahe Spezies in Überlegung wie dem mediterranen Fischkopf beizukommen sei
Sympathisches Baby-Kriechtier an der wärmenden Hauswand
Vertraute weitere Begegnungen mit der Natur … in Stadt
… Feld
… winterlicher Flur
… verschneitem Wald Waldwirtschaftliche Innovation oder hoffentlich nur ländliche Kunscht und einmalig
… und unterirdisch belebten Wiesen Winterlicher Bummel durch Maulwurfingen
Vertraute bayerische Seenlandschaft
…
Manchmal spiegelt sich die Klosterkirche gegenüber
Künstler zu Gast
Versprechender nachbarlicher Nachwuchs Finja
Südliches Spiegelbild mit Dünen und Hausberg
Vertrauter Fensterblick
Dito
Gelegentliches (arbeitsames) Dream-Team zu Besuch
Die Vielfalt – auch unspektakulärer – mediterraner Landschaften drumherum
Upps
„Allezeit auf seiner Hut sehn gegen Unhöfliche, Eigensinnige, Anmaaßliche und Narren jeder Art“ – auch das sagt uns Gracián
Irgendwann trifft man – sinnbildlich – auf eine solche Hand. Die dazu gehörende Person bremst ohne jeden ersichtlichen Grund ihre Vespa jäh vor uns ab und blockiert die Straße. Einfach so. Die Frage nach dem Warum führt nur zu Vermutungen und Vorurteile sind unfair.
„Man stößt auf viele, und die Klugheit besteht darin, nicht mit ihnen aneinander zu gerathen“ Wir halten uns daran und lassen die Scheibe zu
Sympathische Gesichts-Alternative
Friedliche Verkehrssituation
Um abschließende Aufmerksamkeit für die letzte der dreihundert Thesen wird gebeten.
Dieser zu genügen hat wahrscheinlich schon einem Schopenhauer Kopfzerbrechen bereitet.
Orakel 300 – Mit Einem Wort, ein Heiliger seyn, und damit ist Alles auf einmal gesagt. Die Tugend ist das gemeinsame Band aller Vollkommenheiten, und der Mittelpunkt aller Glückseligkeit. Sie macht einen Mann vernünftig, umsichtig, klug, verständig, weise, tapfer, überlegt, redlich, glücklich, beifällig, wahrhaft und zu einem Helden in jedem Betracht. Drei Dinge, welche, im Spanischen mit einem S anfangen, machen glücklich: Heiligkeit, Gesundheit und Weisheit. Die Tugend ist die Sonne des Mikrokosmos oder der kleinen Welt und ihre Hemisphäre ist das gute Gewissen. Sie ist so schön, daß sie Gunst findet vor Gott und Menschen. Nichts ist liebenswürdig, als nur die Tugend, und nichts verabscheuungswerth, als nur das Laster. Die Tugend allein ist Sache des Ernstes, alles Andre ist Scherz. Die Fähigkeit und die Größe soll man nach der Tugend messen und nicht nach Umständen des Glücks. Sie allein ist sich selbst genug: sie macht den Menschen im Leben liebenswürdig und im Tode denkwürdig.
Glückseligkeit ist auch sichtbar www.fotocommunity.de/fotograf/hdmaier/2198811
Machen Sie´s gut!
Und danke dafür sich durch das bildliche und textliche Allerlei querlesend erfolgreich durchgeklickt zu haben Ihr HDM
Lang ist’s her seit dem letzten Blog. Deshalb der etwas gestelzte Titel. Verbindender Nenner ist Spanien: Im allerletzten Beitrag der innerspanische Frühjahrsausflug von Dénia ins von dort nahe unverhofft verschneite bergische Mallorca. Hier, im Folgenden schließen sich aktuelle herbstliche Reiseerlebnisse zwischen Ambach und Dénia an. Das headlinewürdige Stilfser Joch inklusive.
Im halben Jahr dazwischen fehlen die ursprünglich geplanten weiteren Mallorca-Eindrücke mit Schwerpunkt Palma und die anschließende Fanzara-Graffiti Rückreise aus Spanien nach Ambach. Genug weiteren Stoff gab’s danach von Touren um Schwabing, neuen Münchner Schlachthof-Graffitis, von den elegant geformten Drumlins des Voralpenlandes aus der Moränenzeit und heuer errichteten Maibäumen. Eigentlich passende Contents. Vielleicht für später. Unerfreulich Persönliches qualifiziert zum Teil als Ausrede für diese vergangene Bild- und Sprachlosigkeit.
Stattdessen jetzt, kurz & bündig: Es lebe das zeitnahe Erleben! Eine Art (redaktionelles) Carpe Diem, wie dies heutzutage häufig so verdächtig gescheit heißt. Hier also ein paar erinnerungswerte aktuelle Momente der jetzigen Reise nach Spanien.
In Garmisch der etwas wehmütige Blick auf Alpspitze, Zugspitze und die vorgelagerten Waxensteine
Hinter Austria und dem schon italienischen Reschenpass die erste Kaffeepause mit einer kurzen Wanderung zur Etschquelle und ihren felsigen Bunkeranlagen. Es geht zügig voran. Von Zuhause bis zum Stilfser Joch sind’s über den Fernpass und das beschauliche Pitztal nur knappe 250 km, eigentlich ein Tagesausflug denken wir.
Freschissima acqua vergine dell’ Adige
Im Südtiroler Vinschgau spürt man noch nichts von der nahen kurvenreichen Hektik des Stilfser Jochs. Die Handvoll Herbsttouristen und wir stören nicht. Die Ursprünge von Sankt Benedikt in Mals stammen aus der karolingischen Herrschaftszeit Ende des 8. Jh.. Der Turm ist romanisch. Das Juwel hatte seither, zwischen den beiden Hängen, zahlreiche Muren zu überstehen.
Im schlichten Saalbau des Kleinods sind wir allein mit den einzigartigen Fresken. Das macht sie für uns noch wertvoller.
Im zuvor besuchten netten Städtchen Gluns erinnert sich der Fotograf an sein Steckenpferd Kruzifixe …
… und seine Freude an zufälligen für ihn fotogenen Gestaltungskombinationen
Mit Zwiebelturm könnte dies auch ein oberbayerisches Postkartenklischee sein
Das Joch ist nicht mehr fern.An den Nordhängen wird’s winterlich
An Südhängen machen aus dem ländlichen Ambach vertraute betagte Traktoren Mut für den kurvenreichen Aufstieg …
… mit 48 meist extrem spitzen Kehren, ohne jegliche Einsicht auf das was einem so entgegen kommt
Wohlbehalten angelangt – ein kurviger Ausschnitt von oben
Unsere angesteuerte Tibet-Hütte ist in Sichtweite und mit dem Land Cruiser offenbar leicht erreichbar
Kaum angekommen lockt beim Blick aus dem kleinen Hüttenfenster, vor dem hoffentlich zünftigen Hüttenschmaus, ein Abendspaziergang: Der spontane Aufstieg zur legendären Garibaldi-Hütte (2845 m)
Ganz unbeschwerlich ist die kleine Tour dann doch nicht. Ich lass d´Frau vorangehen (Suchbild: War das vielleicht schon der Abstieg?)
Oben die Verbrüderung mit dem legendären wenn auch hier bescheiden metallenen Freiheitskämpfer. Spektakulär sind eher die nahen Schützengräben aus dem ersten Weltkrieg. Hier waren sogar Soldaten der nahen neutralen Schweiz involviert.
Am anderen Morgen sind’s bergab ein paar Kehren weniger. Zumeist kann man sie gut einsehen.
Weiter geht’s Richtung Mailand und Turin.Den Lago di Como erspähen wir jeweils in Sekundenschnelle zwischen den allerdings beeindruckenden kilometerlangen Tunneln. Das Teilziel Frankreich mit Sète lockt.
Zuerst zelebrieren wir traditionsgetreu einen unserer Lieblingspässe, den Col d‘ Izoard(2361 m), südöstlich von Briançon
In Erinnerung an die entgegen kommenden waghalsigen Motorradler in den Haarnadelkurven des Stilfser Jochs reizt uns diese einsame Maschine als alternatives Reisegerät nicht
Jetzt geht´s durch die vergleichsweise liebliche Landschaft des Queyras und dann ins Tal der Durance, der wir dann folgen
Hier wieder mal auf den Spuren des Festungsbauers Vauban (um 1700). Eigentlich suchen wir das in guten Reiseführern so gelobte Village Mont-Dauphin. Die Anlage gehört, mit elf anderen Vauban-Festungen, zum Welterbe.
Gefunden: Die kleine Stadt liegt, vom Tal her nicht erkennbar, gut versteckt hinter den starken Festungsmauern
Im Restaurant unseres heutigen Hotels vor der Festung was Kulinarischesentdeckt : Einen Kalbskopf comme il faut. Auch der große Vauban hätte diese Zubereitung geliebt. Sogar der bodenständige Steirer Manfred bei unserem Münsinger Altwirt hat das frühere Rezept der Altwirtin durch eine zubereitungsleichte Darbietung dieser wertvollen Spezialität ersetzt. Muss ihm unbedingt von Vauban berichten.
LeLac de Serre Ponçon – die Durance durchquert ihn wie die Würm den Starnberger See
Unser nächster Halt ist Sisteron. Es liegt an der Route Napoléon. Von seiner Verbannung auf Elba kommend marschiert Napoléon im März 1815 von seinem mittelmeerischen Landeplatz bei Antibes in einem 7-tägigen Gewaltmarsch über 300 km nach Grenoble. In Sisteron durchbricht die Durance die Montagne de Lure, sozusagen die etwas kleinere Schwester unseres westlich davon liegenden Lieblings, dem Mont Ventoux. Bei Sisteron erhält sie Verstärkung durch den Zufluss der Buëch. Die sogenannte Porte de la Provence gilt als Klimagrenze. Erst südlich von hier gib´s einen ersprießlichen Olivenanbau.
Heuer fällt jedoch auch südlich dieses Olivenäquators die Ernte höchst unbefriedigend aus. Auch bei uns. Seit der schweißtreibenden Wiederherrichtung – mit unserem großartigen Vecino und Amigo Pascual – reichten unsere alten Olivos der Finca immerhin für den anspruchsvollen eigenen Bedarf. Heuer dienen die zwei oder drei tragenden Zweige des kleinen alten Olivos direkt vor unserer Haustür in Dénia wenigstens der Zierde. (Wir hatten ihn vor Baggern gerettet und als einen unserer „städtischen“ Hausbäume hierher verpflanzt.)
Sisterons mächtiger Hausberg ist der Rocher de la Baume
Diese gewachsenen Souvenirs an Napoléon wirken ebenfalls wie Tore („portes“) nach Südfrankreich
Jetzt sind wir durchs Luberon südlich des Lure-Gebirges unterwegs … die weiten Lavendelfelder sind abgeerntet. Natürlich etwas schade.
Insekten laben sich jetzt am Nektar und Duft des Blumenkastenlavendels in den Dörfern
Im ländlichen Luberon endlich mal wieder eine selten gewordene französische Institution
Die begehrten Ockerfarben von Roussillion wirken auch außerhalb der lila-blauen Lavendelblüte
Die provençalische Schönheit Gordes
Wir müssen weiter, der Tag war lang. In Richtung Arles verspüren wir die vertraute Camargue-Landschaft
Dann das Tagesziel Sète mit seinen unzähligen Kanälen. Neben dem Hauptkanal gibt’s jetzt, nach einer längeren Sanierung der Seite zum Mittelmeer hin, noch mehr beschauliche Cafés
Die Kreuzfahrtriesen bleiben Gott sei Dank im Hintergrund und ihre ungemütlichen Passagiere verlaufen sich in der geschäftigen Stadt
Die köstliche (wenn auch nicht so fotogene) Fischsuppe genießen wir in dem am meisten abgelegenen Hafenrestaurant
Die des Herrn Karl vom Buchscharner Seewirt zuhause ist da schon ansehnlicher und natürlich, auf ihre Art, nicht weniger köstlich
Le Plateau – unser traditioneller kulinarischer Höhepunkt in Sète
Auch die Kulisse stimmt
Aber auch nicht zu verachten: Der Blick aus dem heimischen Seewirt während der letzten Fischsuppe am 7. September kurz nach 20 Uhr
Bevor wir die quirlige Stadt am nächsten Morgen verlassen, der letztes Mal aufgeschobene Besuch bei Georges Brassens auf dem hoch oben gelegenen Cimetière le Py (Letztes Mal waren wir bei Paul Valéry auf dem Cimetière marin mit seinem wunderbaren direkten Blick auf den Golfe du Lion)
Le Cimetière marin
Eine französische Institution:Bescheiden und vermutlich deshalb so beliebt und unvergessen. Les copains d´abord heißt sein vermutlich größter Erfolg. Die deutsche Übersetzung mit „Freundschaft“ trifft’s nicht ganz („sur le ventre ils se tapaient fort, les copains d’abord„)
Vor vielen vielen Jahren war das Sträßle zwischen Mittelmeer und dem Bassin de Thau mit seinen Austernzuchten um einiges gemütlicher …
Die geologisch und klimatisch angepassten Pinien ersetzen in diesem Landstrich Napoléons Platanen
Béziers gotische Kathedrale Saint-Nazaire ist uns von außen durch frühere Stadtdurchquerungen vertraut. Die historisch bewegungsreiche Stadt wird durch den Bau des Canal du Midi in der 2. Hälfte des 17. Jh. bedeutender Umschlagplatz für weinhaltige Produkte aus dem regionalen Anbau via Sète nach Bordeaux am Atlantik.
Diesmal besuchen wir die Kathedrale mit der grandiosen Orgel (Ursprung im 17. Jh.) vor der ebenso mächtigen 10-Meter-Rosette am westlichen Ende des mächtigen Kirchenschiffs
Spanien ist nah und lockt zunehmend. Wir entscheiden uns für eine weitere Übernachtung vor Zuhause: im kleinen Pueblo Deltebre inmitten des Ebrodeltas
Eine ländliche Hacienda lockt uns und rechtfertigt den ersten Eindruck
Vor dem abendlichen „cena“ begegnet der mächtige Ebro bei Vollmond dem Mittelmeer
Die etwas andere Art Austern aus dem Ebro zu genießen
Die naturbelassenen regionalen Scheidenmuscheln, normalerweise im Atlantik zuhause, erfüllen unsere Erwartung schon eher
Großartig ist die Fideuà mit Meeresfrüchten des Deltas. Offenbar kann der Ebro nicht nur Reis.
Ein paar wenige Reisfelder sind noch nicht abgeerntet
Vogelbilder sind jetzt selten
Herbststimmung im Delta
Das begehrte Grundnahrungsmittel auf dem Weg in eine der großen Reisfabriken des Umlands
Ganz ohne Unkrautvertilgung geht’s meist nicht. Von unserem Orangenanbau wissen wir dies nur allzu gut.
Unser vertrauter mächtiger Ebro bei Amposta am nächsten Morgen
Dann noch ein morgendlicher Spaziergang zur Burg des nahen Tortosa. Hier sehen wir ihn noch einmal in der Ferne vom Land her zum Delta fließen
Unterwegs ein lustiges Pendant zur obigen französischen Toilette: Im kleinen Straßencafé eines valencianischen Pueblos weist uns die Jefa mit einem Augenzwinkern den Weg zu dieser privat anmutenden Einrichtung
Vor Dénia noch ein Abstecher zum Grafiti-Pueblo Torreblanca (perdón, en español Graffiti con solo una f). Wir suchen und finden neue Objekte. Die älteren Schwarz-Weiß-Bilder beeindrucken uns jedoch wiederum am meisten: Gesichtslose und doch in ihrem jeweiligen Beruf ausdrucksstarke Menschen
Fleißige Bäckersfrauen (mit einer Ausnahme?)
„Management“-Persönlichkeiten waren in den vergangenen zwei Jahrhunderten der recht fortschrittlichen Küstenorte immer schon gefragt. Ständige Anpassungen und neue Wirtschaftsbereiche sind erforderlich: Fischfang, Landwirtschaft, Weinanbau, Produkte daraus, allerlei Gewerbe- und Industriezweige, Keramik, heute oft der Tourismus.
Auch Dénia und seine Region kennen eine sehr wechselhafte Geschichte des Wirtschaftens: Fischfang, Zitrusfrüchte, Weinanbau, Rosinenproduktion, Herstellung und Export von Spielzeug. Heute besteht eine recht sinnvoll erscheinende Mischung und Diversifizierung aus üblichem Handwerk und Handel, Bauwirtschaft, Garten- und Landschaftsgestaltung, Maklertätigkeiten und Tourismus. Hier profiliert sich zunehmend eine diversifizierte bodenständige valencianische Gastronomie. Sie reicht vom 3-Sterne-Lokal von Quique Dacosta bis zu Davids und Teos Chiringuito bei uns am Strand. Differenzierte Zielgruppen sind zu bedienen: Tagesbesucher, länger weilende Strandtouristen, unterschiedlichste Ansprüche von Residenten der Zweitwohnungen und natürlich die einheimischen Vecinos der Stadt.
Ständiger Wechsel und das Probieren „neuer Geschäftsideen“ sind in Dénia an der Tagesordnung. Kaum eine Ankunft ohne irgendeine Neuigkeit: Heute sind an der Esplanade unseres Stadtstrandes Marineta Cassiana nach Las Rotas Probierstände des jetzt jährlichen Gastronomiefestivals aufgebaut. Die Stadt hat es geschafft zu einem bedeutenden Platz valencianischer Essenstradition mit Schwerpunkt Meeresfrüchte und Reis, auch aus dem naheliegenden Marjal de Pego y Oliva, zu werden. (Über die Aussagefähigkeit des Logos D’na und der Plakate könnte oder müsste man sicherlich streiten)
Der bevorzugte und überwiegende Reiskonsum schließt die „Nudel-Paella“, die Fideuà, nicht aus. Nudelart und beigegebene Meeresfrüchte sind unterschiedlich. Neuerdings überwiegen feine Fadennudeln. Die köstliche Fideuà Negra von Chefkoch Bati Bordés erhält ihre Farbe vom Tintenfisch, schmeckt köstlich und ist trotzdem nicht jedermanns Sache.
Hier die Fideuà-Nudeln des Restaurante Rafel in Pego. Die Fischbrühe dringt auch von innen in die gröbere kurze Nudel (Fideo) ein
Diese Beiden halten´s mit der traditionellen Paella Valenciana. Sie haben soeben aus einem der Festivalstände einen Pappteller voll ergattert und suchen, beängstigend akrobatisch über sandigem Untergrund jonglierend, nach ihren elterlichen Mitessern
Ein paar Meter daneben geruhsames Marianeta-Strandleben mit Karibik-Touch für Paella-Abstinenzler
Im spanischen Zuhause mit farbenfroher Begrüßung angekommen … wie wenn der Hibiskus an der Hausecke seine übliche Blütezeit verzögert hätte
Frankreich steht für gutes gepflegtes Essen. Die Sterne des Guide Michelin oder der Lyoner Paul Bocuse haben diesen Ruf weltweit verbreitet. Das Prädikat Weltkulturerbe ist verdient. Der Ursprung und die Bewahrer dieses Rufes sind die Franzosen selbst, jeden Tag. Das aber ist nicht alles. weiterlesen →
Haben gestern im RAFEL bei Rafa und seiner begabten Gastronomenfamilie ein köstliches Menü genossen: Paella con Alcachofas, Pollo al Horno, Tarta de Queso, einen trockenen Alcantiner Rosado dazu und den Café Cortado, auf den Cardinal Mendoza habe ich wie so oft leider verzichtet.
Warum nun diese Notiz? Beim Zahlen an der Theke (der Preis sei verschwiegen um beim geneigten Leser keine Neidgefühle aufkommen zu lassen) hält mir Rafas Maggie strahlend einen kleinen Beutel mit Inhalt entgegen: „Para degustar“.weiterlesen →
Mit etwa 320 km² ist das Ebrodelta nach dem Nationalpark Coto de Doñana im Süden das größte Feuchtgebiet Spaniens und nach dem Nildelta das größte Delta im Mittelmeerraum. Es ist ein nur Meter über dem Meeresspiegel liegendes flaches Sumpf- und Marschland mit Sanddünen und Lagunen mit Süßwasser. weiterlesen →
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